Besonders die Nahaufnahmen der Gesichter sind stark. Der junge Mann in der beige Jacke schaut so besorgt, fast schon verzweifelt. Es ist faszinierend, wie in Anjas zweiter Akt ohne viele Worte eine ganze Familiengeschichte erzählt wird. Die Mimik der Schauspieler trägt die gesamte Handlung.
Die grünen Wände des Krankenzimmers schaffen eine seltsam sterile, aber auch bedrückende Atmosphäre. Dazu passt das rot-weiß gepunktete Oberteil des jungen Mädchens als einziger heller Farbtupfer. In Anjas zweiter Akt nutzt man Farbe sehr bewusst, um die emotionale Kälte und Wärme zu kontrastieren.
Dieser rote Umschlag in der Hand des Patienten ist ein echtes Mysterium. Ist es eine Diagnose? Ein Brief? Die Art, wie alle darauf starren, erzeugt enorme Spannung. Anjas zweiter Akt versteht es, solche kleinen Details zum Mittelpunkt des Dramas zu machen. Man will sofort wissen, was darin steht.
Man merkt sofort den Konflikt zwischen den Generationen. Die ältere Frau wirkt streng und kontrolliert, während die jüngeren Charaktere hilflos wirken. Diese Dynamik ist in Anjas zweiter Akt sehr authentisch dargestellt. Es fühlt sich an wie ein echter Familienstreit, bei dem man gerne eingreifen würde.
Es gibt Momente, in denen niemand spricht, aber die Luft knistert vor Emotionen. Besonders wenn die Kamera zwischen dem Bett und den stehenden Personen schwenkt. In Anjas zweiter Akt wird diese Stille genutzt, um den Druck auf die Charaktere zu erhöhen. Ein Meisterwerk der Inszenierung.