Ich kann nicht aufhören, die Frau im roten Mantel zu beobachten. Ihre Ruhe im Gegensatz zur Hysterie des Mannes ist faszinierend. In Anjas zweiter Akt wird klar, dass sie diejenige ist, die die Fäden in der Hand hält. Der Kontrast zwischen ihrer eleganten Erscheinung und der angespannten Atmosphäre ist pure Kinoqualität.
Die Nahaufnahmen des Mannes in Anjas zweiter Akt sind unglaublich intensiv. Man sieht ihm an, dass er etwas Wichtiges verliert, vielleicht nicht nur das Objekt auf der Auktion. Seine Mimik schwankt zwischen Wut und Panik. Das ist Schauspielerei auf höchstem Niveau, die einen sofort in den Bann zieht.
Der visuelle Kontrast zwischen dem rosa Federkleid und dem roten Mantel ist ein Traum für das Auge. In Anjas zweiter Akt stehen diese Farben symbolisch für die verschiedenen Charaktere. Während die eine laut und fordernd wirkt, strahlt die andere eine gefährliche Stille aus. Ein visuelles Fest für alle Sinne.
Die Szene mit dem Hammer und dem antiken Objekt ist der Höhepunkt. In Anjas zweiter Akt spürt man förmlich, wie die Gebote in die Höhe schnellen. Die Auktionatorin führt das Geschehen mit einer Eleganz, die im krassen Gegensatz zum Chaos im Publikum steht. Man möchte selbst mitbieten.
Bevor der Hammer fällt, gibt es diese sekundenlange Stille in Anjas zweiter Akt. Alle Augen sind auf die Bühne gerichtet. Die Kamera fängt die unterschiedlichsten Emotionen ein: Gier, Angst, Gleichgültigkeit. Es ist dieser Moment der Ruhe, der die folgende Explosion der Gefühle so kraftvoll macht.