Interessant, wie in Stimme des Zorns die Regieebene gezeigt wird. Die beiden Männer im Kontrollraum beobachten die Listenerzahlen, die plötzlich explodieren. Das erzeugt eine Meta-Ebene: Wir sehen nicht nur die Gruselgeschichte, sondern auch die Macher, die selbst erschrecken. Dieser Blick hinter die Kulissen macht die Spannung noch greifbarer.
Die Szene im Taxi ist der absolute Höhepunkt von Stimme des Zorns. Der Fahrer ist völlig aufgelöst, als ihm die blasse Hand das Geld reicht. Die Nahaufnahme seines entsetzten Gesichts sagt mehr als tausend Worte. Es ist diese subtile Art des Horrors, die einen noch lange nach dem Ende verfolgt. Einfach nur stark gespielt.
Wer Stimme des Zorns spät abends schaut, sollte die Lichter anlassen. Die Verbindung zwischen der Radiosendung und den schicksalhaften Ereignissen der Zuhörer ist meisterhaft inszeniert. Besonders der junge Mann, der im Bett aufwacht und aufs Handy starrt, spiegelt unsere eigene Faszination für das Unheimliche wider. Ein echtes Meisterwerk des Genres.
Die visuelle Gestaltung in Stimme des Zorns ist beeindruckend. Der Kontrast zwischen dem warmen, sicheren Radiostudio und dem kalten, bläulichen Licht im Taxi schafft eine unheimliche Distanz. Wenn dann noch der Mond über dem nebligen Friedhof erscheint, weiß man, dass die Grenze zur anderen Welt überschritten ist. Visuell ein Fest für Gruselfreunde.
In Stimme des Zorns wird die Radio Moderatorin zur unfreiwilligen Chronistin des Grauens. Ihre ruhige Stimme bildet den perfekten Kontrast zu den panischen Reaktionen der Zuhörer. Die Art, wie die Geschichte erzählt wird, ohne alles sofort aufzulösen, hält die Spannung bis zur letzten Sekunde. Man fiebert regelrecht mit.