Der Kontrast zwischen der entspannten Atmosphäre zu Hause und der sterilen Büroumgebung ist in Blinde Liebe meisterhaft inszeniert. Während die Frauen lachen und Wein trinken, wirkt Edward im Anzug fast wie ein Fremdkörper in seiner eigenen Welt. Diese Parallelmontage erzeugt ein Gefühl von Unheil, das man kaum ignorieren kann. Man fragt sich sofort, welche Rolle er in diesem Drama spielt.
Als das Telefon klingelt und der Name Edward Corrigan erscheint, ändert sich die Stimmung schlagartig. In Blinde Liebe wird hier perfekt gezeigt, wie ein einzener Anruf die ganze Idylle zerstören kann. Die Art, wie die blonde Frau das Gespräch annimmt und ihre Freundin einweiht, zeugt von einer tiefen Verbundenheit. Es ist dieser Mix aus Humor und ernster Lage, der die Serie so besonders macht.
Was mir an Blinde Liebe besonders gefällt, ist die Darstellung weiblicher Freundschaft in Krisenzeiten. Die dunkelhaarige Frau versucht verzweifelt, die Situation zu kontrollieren, während ihre Freundin eher chaotisch reagiert. Diese unterschiedlichen Bewältigungsstrategien führen zu Momenten, die sowohl herzlich als auch schmerzhaft sind. Die Chemie zwischen den Schauspielerinnen ist einfach unglaublich.
Die Szenen mit Edward im Büro wirken fast wie aus einem anderen Film, passen aber perfekt in das Puzzle von Blinde Liebe. Sein ernster Gesichtsausdruck und die Art, wie er mit Dokumenten hantiert, lassen vermuten, dass er der Antagonist oder zumindest ein wichtiger Konfliktherd ist. Die Spannung steigt mit jeder Sekunde, in der er am Telefon ist. Man möchte ihn am liebsten anschreien.
Blinde Liebe spielt gekonnt mit den Genres. Erst wirkt es wie eine gemütliche Weinabend-Geschichte, dann wird es durch den Anruf zum Thriller, und am Ende lachen die Frauen wieder. Diese emotionale Achterbahnfahrt ist genau das, was gutes Fernsehen ausmacht. Die Daumen-hoch-Geste am Ende ist ein kleiner Sieg, der Hoffnung auf eine positive Auflösung macht.