Ich verstehe einfach nicht, warum er die kleine Holzkiste nicht annimmt! In Wir waren eine Familie sieht man doch deutlich, wie sehr sie leidet. Vielleicht will er sie schützen oder hat Angst vor seinen eigenen Gefühlen? Diese Ambivalenz macht die Story so spannend. Man möchte am liebsten in den Bildschirm greifen und ihm sagen, er soll sie nicht allein lassen.
Besonders die Nahaufnahmen im Auto und später vor dem Haus sind genial. In Wir waren eine Familie kommunizieren die Charaktere fast nur über Blicke. Wenn er sie ansieht, merkt man den inneren Kampf. Er will gehen, aber sein Herz bleibt. Solche subtilen Darstellungen von Schmerz sind selten so gut gelungen. Das ist echtes Kino für die Seele.
Der Moment, als sie gegen die Tür hämmert und weint, geht unter die Haut. Wir waren eine Familie zeigt hier den absoluten Tiefpunkt einer Beziehung. Es ist nicht nur Trauer, sondern auch Wut und Hilflosigkeit. Die Schauspielerin liefert eine Darstellung ab, die einen zum Mitweinen bringt. Ich habe wirklich mitgefühlt, als die Tür zu blieb.
Obwohl die Szene sehr traurig ist, habe ich das Gefühl, dass in Wir waren eine Familie noch nicht alles gesagt ist. Vielleicht ist diese Trennung notwendig, damit beide wachsen können? Die Art, wie er geht, ohne sich umzudrehen, wirkt wie eine Schutzmauer. Ich hoffe inständig, dass es ein glückliches Ende gibt, auch wenn es gerade unmöglich scheint.
Auffällig ist der Kontrast in der Kleidung: Er im strengen braunen Anzug, sie im hellen, fast zerbrechlich wirkenden Kleidung. In Wir waren eine Familie unterstreicht das die Distanz zwischen den beiden. Er wirkt wie ein Fels, sie wie das Wasser, das daran zerbricht. Solche visuellen Details machen die Serie so besonders und sehenswert.