Ich könnte schreien! In Nach all der Zeit sieht man wieder mal, wie ein einziger verpasster Anruf alles zerstören kann. Er steht da und fragt sich, warum niemand ihn informiert hat, während Lina ihm dutzende Anrufe vorwirft. Diese Diskrepanz zwischen seiner Ahnungslosigkeit und ihrer Verzweiflung ist so schmerzhaft anzusehen. Das Handy als Symbol des Scheiterns.
Während er noch verwirrt am Tresen steht, kümmert sich Lina in Nach all der Zeit um die verletzte Ginna. Ihre Wut ist absolut gerechtfertigt. Sie nennt ihn einen Lügner und Idiot, aber dahinter steckt reine Sorge um ihre Freundin. Die Art, wie sie ihn anschreit, zeigt, wie sehr sie die Situation unter Kontrolle halten muss, während er völlig neben der Spur ist.
Am Ende von Nach all der Zeit, als die Nachricht vom Babyverlust fällt, bricht seine Fassade komplett zusammen. Keine Musik, kein Geschrei, nur sein Gesicht. Diese Nahaufnahme ist intensiver als jede Actionszene. Man sieht, wie die Realität ihn einholt und die Frage nach der anderen Frau plötzlich so klein und egoistisch wirkt im Angesicht des echten Verlusts.
Die Dynamik in Nach all der Zeit ist brutal. Er denkt an Untreue, sie denkt an Gleichgültigkeit. Dabei liegt die Wahrheit viel tiefer. Die Szene im Wartezimmer zeigt perfekt, wie schnell Beziehungen an mangelnder Kommunikation zerbrechen können. Sein Versuch, sie festzuhalten, wirkt so verzweifelt gegen ihre kalte Abwehr. Gänsehaut pur.
Man merkt in Nach all der Zeit genau den Moment, in dem ihm klar wird, dass er versagt hat. Nicht als Ehemann, sondern als Mensch, der nicht erreichbar war. Lina konfrontiert ihn mit der harten Realität, dass Ginna sich scheiden lassen wollte. Diese Konfrontation am Empfangstresen ist so unangenehm echt, dass man am liebsten wegsehen möchte.