Was mich am meisten fasziniert, ist das nonverbale Duell zwischen der Präsentierenden und der Zuhörerin mit den Perlen. Kein Wort wird verschwendet, aber die Blicke sagen alles. Es wirkt wie ein Schachspiel, bei dem jeder Zug berechnet ist. Solche subtilen Machtkämpfe im Konferenzraum sind oft spannender als jede Action-Szene in Hier kommt Herr Richtig. Die Atmosphäre ist zum Schneiden dick.
Die Folie mit dem Wald und der Schnecke soll wohl Kreativität symbolisieren, doch das Team wirkt alles andere als inspiriert. Die Frau am Kopfende des Tisches redet sich fast die Seele aus dem Leib, während die anderen eher gelangweilt oder kritisch wirken. Es erinnert mich an die Dynamik in Hier kommt Herr Richtig, wo auch oft Missverständnisse aufeinandertreffen. Hier fehlt einfach der Funke.
Während die Frauen diskutieren, sitzen die Herren im Hintergrund und wirken leicht verloren. Einer reibt sich die Stirn, als hätte er schon lange aufgegeben. Diese Diskrepanz zwischen dem leidenschaftlichen Vortrag und der müden Haltung der Zuhörer ist goldwert. In Hier kommt Herr Richtig wären die Männer jetzt schon längst in eine andere Szene gewechselt, aber hier müssen sie ausharren.
Das pastellfarbene Kleid der Rednerin sticht so stark vom dunklen Blau der Wand ab, dass es fast schon symbolisch wirkt. Sie will auffallen, verstanden werden, doch die kühlen Blautöne der Zuhörerin spiegeln die Distanz wider. Visuell ist das ein Traum, auch wenn die Stimmung drückt. Solche visuellen Kontraste findet man selten so deutlich, selbst in Hier kommt Herr Richtig nicht immer.
Zwischen den beiden Frauen auf der rechten Seite wird getuschelt. Man sieht es an den kurzen Blicken und dem leisen Sprechen. Es wirkt, als würden sie bereits Pläne schmieden, wie sie die Präsentation kontern können. Diese Art von Büro-Politik ist faszinierend zu beobachten. In Hier kommt Herr Richtig wären das die Szenen, in denen die wahren Karten aufgedeckt werden. Hier bleibt es noch im Verborgenen.