Wenn Dina in ihrem gestreiften Pyjama vor Sarah steht und fragt, ob sie weggeht, gibt es kein trockenes Auge. Der Kontrast zwischen der lauten Klub-Atmosphäre und der stillen Trauer des Kindes ist meisterhaft inszeniert. Sarahs Entscheidung, das Mädchen nicht im Stich zu lassen, macht Der Kampf der Frauen gegen häusliche Gewalt zu einem starken Aussage über Solidarität.
Die Verwandlung von Sarah ist unglaublich. Erst sieht man sie sorglos trinken, doch als die Realität sie einholt, wird sie zur einzigen Hoffnung für Dina. Die Rückblenden auf die Gewalttaten des Vaters sind schwer zu ertragen, aber notwendig. Besonders die Szene, wo Dina sagt, ihre Mutter sei in den Tod getrieben worden, zeigt die ganze Tragödie.
Die visuellen Metaphern in Der Kampf der Frauen gegen häusliche Gewalt sind stark. Das Gitterfenster, durch das Dina ihre Mutter sieht, symbolisiert die Gefangenschaft in diesem Albtraum. Wenn der Vater dann mit dem Stock ausholt, möchte man am liebsten in den Bildschirm springen. Die Darstellung der häuslichen Gewalt ist roh und ungeschönt.
Es ist bewegend zu sehen, wie Sarah ihre eigenen Probleme vergisst, um sich um Dina zu kümmern. Die Umarmung im Klub ist der emotionale Höhepunkt. Dina, die schon keine Mutter mehr hat, findet in ihrer Tante einen neuen Halt. Die Dialoge sind einfach, aber treffen ins Schwarze, besonders wenn es um die Weigerung des Vaters geht, die Scheidung zu gewähren.
Die Ironie, dass der Vater Anwalt ist und trotzdem zum Mörder wird, unterstreicht die Botschaft von Der Kampf der Frauen gegen häusliche Gewalt. Niemand ist sicher vor solchen Monstern. Die Nachbarn, die nur zuschauen und tratschen, sind fast genauso schlimm. Erst als die Polizei kommt, gibt es ein kleines Gefühl der Gerechtigkeit, doch der Schmerz bleibt.