In einer Welt, in der Macht nicht mehr an Alter, sondern an Arroganz gemessen wird, entfaltet sich ein Drama, das so scharf ist wie der Goldknospen-Tee, der am Ende serviert wird. Die Szene beginnt ruhig – fast meditativ – mit dem Eingießen von heißem Wasser in eine weiße Porzellanschale. Doch diese Ruhe ist trügerisch. Sie ist nur die Fassade vor dem Sturm. Denn kaum hat der letzte Tropfen die Schale berührt, bricht ein Konflikt aus, der Generationen gegeneinander aufstellt und alte Wunden wieder aufreißt. Leon Moll, jung, selbstbewusst, fast schon provozierend ruhig, betritt den Raum wie ein König, der sein Reich zurückfordert. Seine Worte sind keine Bitten – sie sind Befehle. „Ich bin der Gastgeber des Banketts, also sollte ich doch da sitzen, oder?