Der Kontrast könnte kaum größer sein: Von der zarten Wiedererkennung im Park zum kalten, industriellen Billardraum. Herr Fuchs spielt nicht nur mit den Kugeln, sondern auch mit den Menschen um ihn herum. Die Art, wie er Timo Lauer abweist, zeigt seine Arroganz. Doch als das Foto des Jungen ins Spiel kommt, spürt man, dass in Der unscheinbare kleine Meister bald alles kippen könnte.
Es ist faszinierend, wie Der unscheinbare kleine Meister zwei völlig unterschiedliche Atmosphären miteinander verwebt. Die warme, neblige Herbststimmung des Parks steht im krassen Gegensatz zur düsteren, mechanischen Ästhetik des Billardclubs. Beide Szenen erzählen von Suche und Identität, nur auf völlig unterschiedliche Weise. Die Inszenierung lässt einen nicht mehr los.
Herr Fuchs wirkt wie ein König in seinem Reich, umgeben von gefesselten Zuschauern. Seine Aussage, dass niemand ihm das Wasser reichen kann, ist pure Hybris. Doch die Art, wie der Mann im roten Hemd das Foto präsentiert, deutet darauf hin, dass dieser 'Meister' mehr ist als nur ein Kind. In Der unscheinbare kleine Meister wird gerade ein Fall vorbereitet, der alle überraschen wird.
Ivans ruhige Art, seine Identität zu bestätigen, wirkt fast zu erwachsen für sein Alter. Diese Reife wird später im Kontext des Billardspiels eine ganz neue Bedeutung bekommen. Wenn Der unscheinbare kleine Meister andeutet, dass dieser Junge der gesuchte Gegner ist, dann wird Herr Fuchs sein blaues Wunder erleben. Die Spannung steigt mit jeder Sekunde.
Man muss die Kameraführung loben, die in Der unscheinbare kleine Meister so viel erzählt, ohne ein Wort zu sagen. Der Wechsel vom weichen Fokus im Park zu den harten Kanten und Zahnrädern im Club spiegelt den inneren Konflikt wider. Besonders die Nahaufnahme von Herr Fuchs' Gesicht, als er das Foto sieht, ist Gold wert. Hier wird Kino im Kleinstformat geboten.